AMK-Einbaudatenbank: Zentrale Branchenlösung für verlässliche Einbaudaten
Die AMK treibt die Digitalisierung technischer Einbaudaten voran und schafft mit der AMK-Einbaudatenbank eine gemeinsame Plattform für Küchenmöbelindustrie, Hersteller von Einbaueinheiten und perspektivisch weitere Marktpartner. Ziel ist es, Planungs- und Produktionsprozesse sicherer, effizienter und datenbasiert zu gestalten.
Mannheim, 18. Juni 2026. In der Küchenplanung und Küchenproduktion entscheiden technische Einbaudaten zunehmend über Prozesssicherheit, Montagequalität und Kundenzufriedenheit. Bislang fehlt der Branche jedoch eine einheitliche, digital nutzbare Plattform, über die relevante Einbaumaße und technische Parameter strukturiert bereitgestellt werden können. Häufig liegen Informationen lediglich als PDF, Zeichnung oder herstellerspezifisches Datenformat vor. Das erschwert die automatisierte Verarbeitung und führt in der Praxis zu Rückfragen, Interpretationsspielräumen und Nacharbeiten. Fehlende digitale Einbaudaten können Rückfrageschleifen zwischen Küchenmöbelherstellern, Küchenfachhandel und Herstellern von Einbaueinheiten verursachen.
„Mit der AMK-Einbaudatenbank schaffen wir eine verlässliche Grundlage für standardisierte, digital nutzbare Einbaudaten. Sie hilft, Rückfragen zu reduzieren, Prozesse zu beschleunigen und die Zusammenarbeit zwischen Möbelindustrie, Handel und Herstellern von Einbaueinheiten weiter zu verbessern“, sagt Volker Irle, Geschäftsführer der AMK Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V.
Zentrale Datenbasis für die Küchenbranche
Mit der AMK-Einbaudatenbank soll diese Lücke geschlossen werden. Die Datenbank wird als zentrale Branchenlösung konzipiert, in der relevante Einbaudaten gebündelt, gepflegt und für die weitere Nutzung digital verfügbar gemacht werden. Sie soll die notwendigen Informationen nicht nur sammeln, sondern in verwertbare, standardisierte Datensätze überführen. Damit wird aus heute vielfach heterogenen Rohdaten ein praktischer Nutzen für die industrielle Küchenplanung und -produktion. Die AMK-Einbaudatenbank – aus Rohdaten wird Nutzen.
Vom Dummy-Schrank zur verlässlichen Einbauinformation
Ausgangspunkt des Projekts ist eine seit Jahren bekannte Herausforderung: Küchenfachhändler bestellen in Verbindung mit Elektrogeräten oder anderem Einbauzubehör häufig Platzhalter- beziehungsweise „Dummy“-Schränke. In der Folge müssen Küchenmöbelhersteller die exakten Produktcodes, Einbaumaße und technischen Anforderungen nachträglich klären. Auch die Hersteller von Einbaueinheiten stellen heute vielfach primär Verkaufsinformationen bereit, jedoch keine oder nur unvollständige Einbaumaße.
Standardisierte Daten statt Rückfrageschleifen
Die AMK-Einbaudatenbank setzt genau an dieser Schnittstelle an. Die AG Technik & Normung definiert die notwendigen Einbaumaße und Parameter. Relevante Daten sollen beispielsweise über bestehende Standards und neutrale Datenwege gemeldet werden; bereits im Markt befindliche Produkte können nachgemeldet oder über Dienstleister eingepflegt werden. Küchenmöbelhersteller sollen die benötigten Daten künftig automatisch über eine Schnittstelle aus der AMK-Einbaudatenbank beziehen können.
Eine Lösung von der Branche für die Branche
Das Projekt ist dabei ausdrücklich als Lösung „von der Branche für die Branche“ angelegt. Nach Darstellung der AMK sind alle relevanten Stakeholder – Datenlieferanten und Datennutzer – eingebunden. Das 2023 gestartete Projektteam „Branchendatenbank“ befasst sich unter anderem mit der Festlegung der Produktgruppen, der Definition benötigter Daten je Produktgruppe, den Schnittstellen für die automatische Datenlieferung und der praxisnahen Umsetzung auf Seiten der Datenlieferanten.
Breite Produktabdeckung als entscheidender Mehrwert
Ein besonderer Vorteil liegt in der breiten Abdeckung. Während bestehende Datenbanklösungen bislang vor allem klassische Hausgerätebereiche wie Herde, Backöfen, Mulden, Hauben, Kühlen und Gefrieren, Geschirrspüler oder Waschmaschinen adressieren, soll die AMK-Branchendatenbank deutlich mehr Produktgruppen umfassen. Genannt werden insgesamt 16 Produktgruppen, darunter zusätzlich Spülen, Mischbatterien, Abfallsysteme, Lichttechnik, Steckdosen, Stützelemente, Schrankausstattung, Nischenausstattung, Lüftungstechnik und Interieur. Laut Präsentation liegen bereits Informationen von 587 Lieferanten vor, die aktuell in digital nutzbare Datensätze umgewandelt werden.
Mehr Sicherheit für Planung und Produktion
Für die Küchenmöbelindustrie bedeutet die zentrale Datenbank vor allem mehr Planungs- und Produktionssicherheit. Küchenhersteller erhalten aus einer Datenbank alle benötigten Daten von Einbau-Units, also von Produkten, die einen Zuschnitt oder eine Raumforderung aufweisen. Gleichzeitig sollen fehlende oder fehlerhafte Daten reduziert, Rückfragen im Küchenfachhandel und bei Herstellern verringert und Probleme in der Nachplanung minimiert werden.
Vorteile auch für Datenlieferanten und Montage
Auch für Datenlieferanten ergeben sich Vorteile. Dazu zählen eine höhere Sicherheit beim konfliktfreien Einbau, die Digitalisierung heute bestehender Unterlagen, ein einheitlicher Ansprechpartner für Einbaudaten und weniger Rückfragen durch Küchenmöbelhersteller. Zudem kann eine bessere Datenqualität dazu beitragen, Nacharbeiten auf der Baustelle zu vermeiden – mit positiven Effekten für Monteure, Handelspartner und Endkunden.
Digitaler Baustein für reibungslose Küchenprozesse
Mit der AMK-Einbaudatenbank entsteht damit ein infrastruktureller Baustein für die weitere Digitalisierung der Küchenbranche. Sie verbindet technische Normung, Datenstandardisierung und praktische Prozessoptimierung – und adressiert ein Thema, das im Tagesgeschäft oft unsichtbar bleibt, aber für reibungslose Küchenplanung und Montage entscheidend ist: verlässliche, maschinenlesbare Einbaudaten an der richtigen Stelle im Prozess. (AMK)
